Samstag, 26. September 2009

Formel 1 - Großer Preis von Singapur

Gestern Abend hab ich mit Freunden beim Training für das Formel 1 Rennen am Sonntag zugeschaut. Die Tickets hatten wir uns schon vor einiger Zeit gesichert. Wir hatten ein sogenanntes Walkabout Ticket mit Zugang zu ungefähr einem Drittel der Rennstrecke. Natürlich durften wir damit nicht auf die normalen Tribünen, aber es waren ein paar Stehtribünen aufgestellt von wo aus wir auch eine gute Sicht hatten. Ein Masterstudent, der bei einer der großen Banken hier arbeitet, war auch mit uns unterwegs und hat sich gleich mal eine riesige überteuerte Ferrari-Flagge gekauft. Jetzt hatten wir wenigstens ein Fan-Accessoire und haben erst mal ein Foto von uns machen lassen. Just in dem Moment als zwei Chinesinnen uns fotografiert haben, ist das erste Formel 1 Auto vorbeigefahren und alle sind hektisch an die Strecke gerannt. Leider auch die Chinesinnen mit meiner Kamera. :-)
Bis wir das realisiert hatten, waren die zwei schon weg und wir glaubten, die Kamera sei verloren. Kurz nachdem wir das den Security-Guards mitgeteilt hatten, haben sie uns aber dank der riesigen Ferrari-Flagge wiedergefunden und uns die Kamera zurückgegeben. Glück gehabt! Wäre auch das erste Mal gewesen, das ich von nem Diebstahl in Singapur gehört hätte. Die Stadt gilt als eine der sichersten der Welt. Nach diesem kurzen Schock konnte das Training auch für uns beginnen. Die Geschwindigkeit, mit der die Autos durch die engen Kurven fahren, ist schon beeindruckend. Dagegen waren die Fahrer des Porsche Carrera Cups Asia, der zwischen den zwei Formel 1 Trainingseinheiten stattfand regelrecht langsam. Außerdem ist es unglaublich, was für einen Lärm die Rennwagen machen. Zum Glück hatten wir Ohrstöpsel dabei.
Das Rennen morgen werden wir wahrscheinlich irgendwo in der Stadt vor dem Fernseher verfolgen, die Autos hört man sowieso überall. :-)
Ansonsten muss ich gerade für meine Midterm-Exams lernen. Nächste Woche Freitag ist die erste Prüfung, dann haben wir eine Woche frei und anschließend folgen noch mal zwei. Nun ist also schon fast die Hälfte des Semesters vorbei. Die Zeit geht so schnell vorbei...
Insung, mein koreanischer Mitbewohner, hatte heute einen Test und hat deshalb die ganze Nacht durchgemacht und gelernt. Als ich heute Morgen sehr früh aufgestanden bin, um ins Lauftraining von der Uni zu gehen, war er noch wach und hat gelernt. Echt verrückt! Auf dem Weg zum Training haben wir noch einen anderen vom Laufteam an der Uni abgeholt, den wir schlafend an der Bushaltestelle vorfanden. Er war über Nacht an der Uni und hat programmiert. Ich wurde dann aufgeklärt, dass das praktisch Standard sei. Die haben da irgendeinen Raum wo sie dann auch ein bisschen schlafen können, aber ansonsten programmieren sie zusammen. Die spinnen, die Informatiker. ;-) So unterscheidet sich die Lernmentalität der Asiaten also ganz gewaltig von der unseren. Komisch, dass die Unibibliothek nur zwei Wochen vor den Final Exams 24 h geöffnet ist bei der großen Nachfrage. ;-)


Samstag, 19. September 2009

Besuch bei Ardo

Heute vor einer Woche bin ich nach Jakarta geflogen und habe Ardo besucht. Der Flug ging anderthalb Stunden und führte mich zum ersten über den Äquator. Und hier gibt es bei den Billigfliegern sogar noch was Kleines zu essen. :-)
Ardo hat mich mit seinem Vater am Flughafen abgeholt und zu seiner Tante gefahren, wo ich meine Sachen abgeliefert habe. Anschließend sind wir zum 135 m hohen Nationalmonument (Monas) gefahren. Die Flamme, die die Spitze des Denkmals darstellt, ist mit 35 kg purem Gold überzogen. Von der Aussichtsplattform haben wir ne schöne Aussicht über die riesige Stadt genossen. Danach haben wir uns vom Bus aus das Geschäftsviertel von Jakarta angeschaut. Es gibt wohl erst seit ein paar Jahren ein sicheres Bussystem namens Transjakarta. Interessant ist, dass diese Busse nur auf speziellen Busspuren fahren und die Eingangstüren ungefähr auf 1m Höhe sind, so dass man nur an den Bushaltestellen einsteigen kann, die höher gelegt sind. Und um in die Bushaltestellen zu kommen muss man ein Ticket kaufen. Ansonsten verläuft der Großteil des öffentlichen Transports über Kleinbusse, Tuc-Tucs, Mototaxis und normale Taxis. Der Verkehr ist ein einziges Chaos. Es ist meistens irgendwo Stau, so dass man selbst für kleine Strecken sehr lange fährt. Auf nem Mofa oder Motorrad kommt man schneller voran, deshalb gibt es dort auch unzählige Zweiradfahrer. Und es ist ganz normal, dass auf einem Mofa die ganze Familie Platz nimmt. :-)
Auf der Innenstadtautobahn dürfen zu bestimmten Uhrzeiten nur Autos fahren, die mit mindestens drei Personen besetzt sind. Manche Leute verkaufen sich an der Straße als Mitfahrer und verdienen sich so ein bisschen Geld. Wirklich kreativ!
Bevor wir zum Abendessen gegangen sind, haben wir die katholische Kathedrale angeschaut, die genau gegenüber der größten Moschee Südostasiens steht. Dies soll das friedliche Zusammenleben der Religionen symbolisieren, das dort ja leider nicht immer so friedlich ist...
Beim Abendessen habe ich Ardo's Familie kennen gelernt. Er hat zwei Schwestern und einen Bruder, die uns überall hingefahren haben, da die Leute, die es sich leisten können, die öffentlichen Transportmittel doch eher vermeiden. In Indonesien isst man in der Regel nur mit den Händen, genauergesagt nur mit der rechten Hand. Am Anfang ein bisschen ungewohnt, aber man lernt ja schnell. Ich habe mal wieder sehr viele Sachen gegessen, die ich davor noch nie gesehen habe, hat aber alles sehr gut geschmeckt. Abends sind Ardo und ich dann noch auf dem Dach einer Mall was trinken gegangen. Dort waren viele Bars, man konnte draußen sitzen und auf die auch nachts noch überfüllten Straßen blicken.

Der nächste Tag begann mit einem Obstkorb zum Frühstück. (nachdem wir die 6 Donuts, von denen vier fürs Frühstück eingeplant waren, doch alle noch abends gegessen hatten :-)) Hab zum ersten Mal Schlangenfrucht gegessen und eine andere Sorte Litschies probiert.
Nach dem Frühstück sind wir zusammen mit Ardo's Mutter und seinen Schwestern zum "Taman Mini Indonesia" gefahren. Das ist ein Freizeitpark, wo die Kulturen der unterschiedlichen Völker Indonesiens gezeigt werden. Sämtliche Behausungen sind in Originalgröße nachgebaut und Leute aus den verschiedenen Regionen präsentieren ihre Bräuche. In einem künstlichen See wurde mit Miniinseln die Landkarte Indonesiens abgebildet, die man bei der Fahrt mit einer Seilbahn von oben anschauen kann. Der Park hat mir sehr gut gefallen.

Von dort fuhren wir weiter nach Bogor, eine Stadt südlich von Jakarta. Dort besuchten wir erst eine Verwandte von Ardo und gingen essen, bevor wir im Novotel Ressort eincheckten. Die Übernachtung in dem luxuriösen Hotel war (für uns) sehr billig und kostete nur zwanzig Euro = 300.000 Rupiah.
Indri, eine Freundin von Ardo, die auch schon ein Auslandssemester in Karlsruhe gemacht hatte, war unsere Reiseleiterin und hat uns am Hotel abgeholt, nachdem wir erst eine Runde im Pool geschwommen sind. Wir haben uns den botanischen Garten und die Residenz des Präsidenten in Bogor angeschaut. Im Garten des Palastes wohnen hunderte Rehe.
Im botanischen Garten kam irgendwann eine Gruppe von Jungs zu uns und wollten ein Foto mit mir machen. :-) Weiße sieht man in Indonesien wohl nicht sehr viele, selbst in Jakarta hab ich kaum welche gesehen. Nachdem wir im botanischen Garten eine Runde gedreht hatten, sind wir mit Freunden von Indri noch was an der Straße essen gegangen. Entlang den Straßen wird in vielen Zelten gekocht und die meisten Indonesier scheinen dort essen zu gehen. Meine kulinarischen Erfahrungen wurden dort um ein weiteres Erlebnis bereichert. Zum Nachtisch gab es nämlich gebratene Bananen mit geschmolzenem Käse und geschmolzener Schokolade. Ehrlich gesagt hat die Kombination nicht mal schlecht geschmeckt.
Nach ausgiebigem Frühstück fuhren wir am Montag in die Berge, wo wir große Teefelder angeschaut und anschließend die "Taman Safari Indonesia" besucht haben. Diese Safari war wirklich beeindruckend. Wir sind mit dem Auto direkt an den Tieren vorbei gefahren, denen zwar auch nicht viel mehr Platz zugeordnet war als in einem normalen Zoo, dafür gab es aber keine Zäune zur Straße hin. Indri hatte noch Erdnüsse gekauft mit denen man die Tiere anlocken konnte. Manchmal standen die aber auch schon einfach so mitten auf der Straße. Selbst die Tiger und Löwen kamen ziemlich nah ans Auto. Am Ende der Rundstrecke haben wir uns noch eine Delfinshow angeschaut und sind zu einem Wasserfall in der Nähe gelaufen.


Die Rückfahrt nach Jakarta war etwas beängstigend. Ein Freund von Indri hatte uns schon den ganzen Tag gefahren und der fährt anscheinend manchmal bei irgendwelchen Autorennen mit. Nach einigen halsbrecherischen Überholmanövern und einer Stunde Fahrt waren wir zum Glück wieder zurück in Jakarta.
Dort hat Ardo mir am nächsten Tag noch Old Batavia, das historische und von der holländischen Kolonialzeit geprägte Stadtviertel gezeigt. Dort kann man sich sogar Hollandfahrräder ausleihen. Wir waren im Nationalmuseum und als wir uns gerade ein Taxi zu einem Freizeitpark am Strand nehmen wollten, hat jemand meinen Namen gerufen. Es war eine andere deutsche Austauschstudentin, die zufällig auch gerade in Jakarta war.
In dem Freizeitpark haben wir uns indonesische Handwerkskunst angeschaut und zwei Runden Bowling gespielt. Anschließend waren wir noch auf einem Markt und in der anscheinend besten Kaffeerösterei Indonesiens, wo wir ein paar Sorten ausprobiert und auch Kaffee gekauft haben.
Abends ging es für mich wieder zurück nach Singapur. Die vier Tage in Indonesien haben mir super gefallen. Dank Ardo konnte ich sehr viel sehen und erleben, was ich als normaler Tourist wohl nie gefunden hätte.

Die restliche Uniwoche war dann recht anstrengend, weil ich noch einen Test und eine Präsentation hatte. Heute hab ich noch einen Report abgeben müssen.
Gestern wurde bei uns an der Uni der "International Day of Piece" gefeiert. Zusammen mit dem Laufteam der Uni hab ich beim PeaceRun, einem Staffellauf über das Unigelände mitgemacht.
In zwei Wochen steht schon das erste Midterm Exam an und danach haben wir eine Woche frei.

Dienstag, 8. September 2009

Tauchkurs auf Pulau Dayang/Malaysia


Letztes Wochenende habe ich meinen Tauchschein gemacht. Freitagabends sind wir von der Uni aus Richtung Mersing/Malaysia aufgebrochen, um dort mit dem Schiff nach Pulau Dayang weiter zu fahren. Bevor wir die Grenze passierten, wurden wir um ein kleines "Geschenk" für die Zöllner gebeten, damit wir alle unsere Sachen im Bus lassen konnten und nicht mit dem Gepäck durch die Sicherheitsschleuse mussten.
Nachts um 12 kamen wir in Mersing an. Von dort fuhren wir weitere vier Stunden mit dem Schiff, so dass wir am frühen Morgen in Pulau Dayang, einer kleinen malaysischen Trauminsel ankamen. Auf der Insel gab es nichts außer Felsen, Wald und einen Sandstrand, an dem sich das „Dayang Blues Resort“, unsere Unterkunft befand. Resort klingt zwar sehr luxuriös, diese Vorstellung entsprach aber leider nicht ganz der Realität. :-)
Nach kurzem Schlaf wurden wir um acht Uhr wieder geweckt und es ging sofort los zu unserem ersten Tauchgang. Leider hatte bei uns in der Gruppe keiner eine Unterwasserkamera dabei, so dass ich euch keine Bilder zeigen kann. Es war schon sehr beeindruckend, Korallenriffe und Fische in den verschiedensten Farben zu sehen. Anschließend gab es Frühstück (Hähnchen, Fisch, Meeresfrüchte, Nudeln und Reis) bevor wir den zweiten und dritten Tauchgang machten.
Abends waren wir Austauschstudenten alle ziemlich fertig und sind nur kurz am Strand entlang gelaufen und ins Bett gegangen, während die Singapurer noch richtig fit waren und den ganzen Abend Tabu gespielt haben. Erstaunlich war, dass sie am nächsten Morgen, als wir um 5.45 Uhr aufgestanden sind, gleich wieder völlig aufgedreht waren. Nach zwei weiteren Tauchgängen am Sonntag machten wir uns wieder mit dem Boot Richtung Festland auf. Die vierstündige Bootsfahrt war dank des hohen Wellengangs sehr abenteuerlich, so dass wir froh waren, als wir in Mersing wieder in den Bus Richtung Singapur einstiegen.

Seit einer Woche habe ich übrigens zwei Mitbewohner, Insung aus Korea und Nick aus Hongkong. Sie wohnen beide im anderen Zimmer, so dass ich mein Zimmer immer noch für mich alleine habe. Bisher habe ich die beiden auch kaum gesehen. Sie scheinen viel mit lernen beschäftigt zu sein und Nick war letztes Wochenende auch irgendwo in Malaysia unterwegs.

Freitag, 4. September 2009

"Walking Food Trail" und "Night Bike"

Zurzeit komme ich kaum mehr zum berichten. Für die Uni stehen schon einige Präsentationen und Hausaufgaben an und an den Wochenenden bin ich meistens unterwegs.

Letztes Wochenende habe ich wie bereits erwähnt mit beim "Walking Food Trail" mitgemacht. Hat wirklich Spaß gemacht. In meiner Gruppe waren fast nur Singapurer, die uns ausländischen Studenten alle Fragen zum Thema Essen beantworten konnten. Eine von ihnen hieß "Im So Young". :-)

In drei verschiedenen Food Courts haben wir die verschiedensten Spezialitäten Singapurs probiert und waren danach noch Sushi essen. So viel wie an diesem Tag hab ich schon lange nicht mehr gegessen.

Abends habe ich dann mit Elad bei "Night Bike" mitgemacht. Wir waren die einzigen zwei Austauschstudenten, sonst waren nur Einheimische am Start. In kleinen Gruppen fuhren wir durch halb Singapur. Hier gibt es tatsächlich ein paar Landstriche, die nicht besiedelt sind. Wir sind auch an einer der drei Farmen oder so vorbei gefahren. Nach einer halben Stunde musste unsere Gruppe allerdings schon den ersten Stop einlegen, da eine der Teilnehmerinnen gestürzt war. Normalerweise fährt in Singapur niemand außer den Bauarbeitern Fahrrad und deshalb waren einige noch nicht mit den Tücken der Kettenschaltung vertraut. In regelmäßigen Abständen gab es Stationen, an denen wir Spiele machen mussten oder gegessen haben. Unser letzter Halt vor dem Ziel an der SMU war das "Padang Reservoir".


Nach zwei Stunden Schlaf war dann das Tauchtraining für den Tauchkurs am nächsten Wochenende angesagt. Es fand in einem kleinen Freibad statt. Leider hat es an diesem Tag von morgens bis abends nur geregnet und ich hab das erste Mal in Singapur gefroren, ohne dass die Klimaanlage dran schuld war. ;-)